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Die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Legasthenie
und gutem Sehen zu beantworten ist nicht einfach.
Einerseits ist es einsichtig, dass wer nicht sehen kann, auch nicht
Lesen und Schreiben lernt, andrerseits gibt es zu viele Legastheniker
mit einem guten Sehvermögen, bei denen die Ursachen an anderer
Stelle gesucht werden müssen.
Bei vieler Ansätze zur Klärung der Herkunft von Legasthenie,
Lese-/Rechtschreibschwäche (LRS) und Dyskalkulie, ist bisher
eine endgültige Gewissheit über die Ursache für Legasthenie
nicht erreicht, und es bleibt die Vermutung, dass es eine einzige
Ursache für Lese- Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie
auch nicht gibt.
In der Vergangenheit verschiedene Zusammenhänge zur Legasthenie
überprüft, seien es Dominanzen in der Händigkeit
oder die sozialen Herkunft. Ebenso vermutete man ungeklärte
Hirndominanzen und später Probleme in der, Raumwahrnehmung
als Ursachen. Die aktuelle Legasthenie-Forschung beschäftigt
sich mit der auditiven Verarbeitung bei Legasthenie, aber auch der
visuellen Wahrnehmung.
Naturgemäß ist gerade der Zusammenhang zwischen Legasthenie
und der visuellen Wahrnehmung für die Augenoptik wichtig. Derzeit
ist nicht klar, ob die visuellen Defizite, die bei vielen lernschwachen,
legasthenen Kindern anzutreffenden sind, Ursächlich oder Folge
der Legasthenie sind.
So erscheint es sinnvoll nach den Erfolgen der optischen Korrekturen
in der Legasthenie-Theraie zu fragen.
Die Erfolgsquote, eine Legasthenie mit Hilfe einer Korrektur der
Fehlsichtigkeit und Winkelfehlsichtigkeit
zu verbessern, wird in verschiedenen Studien (die teilweise auch
mit unterschiedlichen Korrektions- und Behandlungsmethoden durchgeführt
wurden) mit ca. 70% angegeben.
Im Vergleich dazu wird bei Legastheniker-Training von einer Erfolgsquote
von ca 60-65% ausgegangen.
Das sind durchaus Zahlen, die sich sehen lassen können.
Aber es muss auch kritisch festgehalten werden, dass alle diese
Studien keine wissenschaftliche Aussage zulassen.
Für eine optische Korrektur einer Fehl- und Winkelfehlsichtigkeit
bei Legasthenie sprechen zudem weitere Auffälligkeiten aus
den verschienenen Studien:
- So scheint es keine Legastheniker zu geben, die eine Kurzsichtigkeit
von mehr als ca -2,5dpt besitzen
- Unter den Nicht-Legasthenikern sind die Weit- oder Übersichigen
scheinbar kaum vorhanden
- Eine Augendominanz ist bei Legasthenikern in höherem Masse
anzutreffen, als bei Nicht-Legasthenikern
- Kinder mit klarer Einäugigkeit (alternierendes Binokularsehen,
Schielamblyopie, physische Einäugigkeit ...) sind unter den
Legasthenikern praktisch nicht zu finden
Es ist damit natürlich die Frage nach Ursache und Wirkung
bei Legasthenie nicht geklärt, doch kann der Korrektionsversuch
mit Brille überaus erfolgreich sein und ist deshalb anzuraten.
Bei vergleichsweise geringem zeitlichen Aufwand und minimaler Lebensbeeinträchtigung
durch die Brille, kann ein grosser Nutzen entstehen.
Obwohl die Brille bisweilen zuerst abgelehnt wird, ist die Tragetoleranz
der Kinder dann doch überraschend gut. Eine notwendige Brille
wird meist freiwillig nicht mehr hergegeben.
Bei einer erfolgreichen Korrektur steigen die schulischen Leistungen
häufig innerhalb kurzer Zeit (wenige Wochen bis Monate) an.
Die Legasthenie bessert sich, verschwindet aber natürlich durchaus
nicht in jedem Fall.
Zur Anwendung kommen Brillen zur Korrektion von Weitsichtigkeit
(Übersichtigkeit, Hyperopie), Kurzsichtigkeit (Myopie) sowie
Stabsichtigkeit (Astigmatismus), aber auch Prismenbrillen zur Korrektur
der Winkelfehlsichtigkeit.
Welche Art der Unterstützung für Ihr Kind die beste ist,
sollte natürlich letztlich der Entscheidung der Eltern, mit
Blick auf die Individualität des Kindes, überlassen bleiben.
Statistisch gesehen am erfolgreichsten ist ganz klar die Kombination
aus optimaler Brillenversorgung mit Korrektur der
Winkelfehlsichtigkeit und einem zusätzlichn Trainigsprogramm
in einer LRS-Spezifischen Förderungeinrichtung.
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